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Kanaria'taubra (Die Entdeckung des Herbstes - Zerza'jah No'Alwa)

E'lessar Telperien

Entgeistert starrte E’lessar auf die Pergamente. Unwillkürlich musste er an ein verwuscheltes Wollknäuel denken, als seine Augen noch einmal über die Zeilen flogen. Irgendwie hätte er das durchaus erwarten können. Die Art der Menschen, Sätze zu bilden und in eckigen Buchstaben auf rauem Pergament zu bewahren strengte ihn an. Beim nächsten Anlauf führte er den Finger unter den Zeilen entlang, während er las. So hatte er es bei den Kindern der Menschen gesehen hatte, wenn sie grade erst gelernt hatten die Buchstaben zu unterscheiden und ihre Zungen diesem Wissen nur ungelenk folgen konnten.

Fäden. Unwillkürlich schmunzelnd dachte er an Malindras erste Unterweisung. Er musste sich bemühen, nicht nur selbst genau zu sein, sondern auch genau zu ermessen, für was die Menschen Worte wählten.

Er hatte die Schriften und Zeichnungen Tmavitnosts nun mehr als ein dutzend Male durchgelesen. Hatte Worte unterstrichen. Nebem ihm lag ein Zettel befüllt mit geschwungenen Isdirazeichen.

Seine Gedanken zwar, doch so geordnet, wie die tala’a es getan hätten. Obwohl die Zeichen, die Worte ihm so vertraut waren, bildeten sie kein fließendes Muster, sondern unregelmäßige, gezackte Täler und Berge. Die einzelnen Sätze waren kaum miteinander verbunden, kein verbindender Laut gab ihnen Melodie.

Das taubra würde ihm nicht helfen können – oder doch?

Der Endirô nahm einen leeren Bogen grün schimmernden Pergaments und füllte ihn eng mit den dünnen, geschwungenen Linien des Isdira. Vorsichtig platzierte er die Papiere nebeneinander.

„Za’no. Dâr’taubra aya, A’bâo eôza taubra. Fey’bai mandra.“

(Dies ist nicht der Weg. Ich muss der Bedrohung der Menschenzauberei ausweichen. Ich muss mich an die Unvernunft mit der die Menschen die Magie nutzen erinnern. Unsere Stärke liegt in der Elfenmagie!“)

Der Elf erhob sich langsam. Den Bericht Tmavitnosts, seine eigenen Schriften - all das blieb zurück, als das mandra ihn umhüllte, verschluckte.

Am mandra-elym angekommen, tat er einen tiefen Atemzug. Alles fiel von ihm ab, und er streckte seinen Geist aus. Es würde eine Weile dauern, die Änderungen in seinem mandra zu formen. Aber nun wusste er, was zu tun war - und was nicht.

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