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[Recap] Velendahns Reise (Die Entdeckung des Herbstes - No'Sha)

E'lessar Telperien

(Repost aus dem alten SW- Rollenspielforum)

Es war notwendig, andere hinzuzurufen zu dem, was er herausfinden wollte. Und wer könnte besser im Zeichen des Lichts wandeln als die Lerche, die im Schatten zum Falken geworden war?

Für Freunde war Velendahn stets einfach zu finden, doch schwer zu erreichen. E'lessar fand ihn brütend im Norden des Waldes nahe einem kleinen sala'lairfey. Wie so oft in letzter Zeit war er gerüstet für einen Kampf, trug eine dunkle Klinge an der Seite und die Zeichen der Eonabha'ra im Haar und am Gürtel.

"Velendahn'ama. Fae matzy la'dhao. Fae uyda ara'fey'kahrjanda."

E'lessar ließ die Worte nur einen Moment wirken, dann wandte er sich um; und während seine Gedanken eine Brücke vom Nordrand des Bangra zum sala'mandra schlugen, über die Velendahn und er eilen konnten, wusste er bereits, dass er den richtigen gefunden hatte.
Am östlichen Rand des sala'mandra, neben dem kleinen Teich sank E'lessar in die Knie, wandte sich um, die Beine zum Schneidersitz zusammenziehend. Das leise, fast flüsternde Isdira erfüllte dennoch mühelos die ganze Lichtung, als der salamandra zu sprechen begann.

"Velendahn, ich erkenne, dass du noch immer geplagt wirst von Zweifel. Zuversicht spricht aus deinen Taten ebenso wenig, wie ich sie in deinen Augen sehen kann. Auch wenn die Gemeinschaft der Elfen dich so gern in ihrer Mitte willkommen heißen würde, und der Wald wieder deine Heimat ist, bist du in der Seele noch immer allein, weil du es so gewählt hast. Ich würde nicht wagen deine Entscheidung anzuzweifeln, denn deine Seele ist klar und rein wie das Wasser, dennoch schmerzt mich der Weg, den du eingeschlagen hast.

Doch du selbst hast es gesagt, dass du es vor dir beweisen musst, immer noch Elf zu sein. Und ich bin der Meinung, dir beweisen zu können, dass du noch immer Elf bist, vielleicht mehr als du es vor dem Fall der Lerche warst."

Noch während er sprach, zog E'lessar aus dem Wabern der Iphaldi einen kleinen Gegenstand hervor. Ein schlichtes geflochtenes Lederband, an dem sorand'ilschimmernd ein münzgroßer Anhänger baumelte. Einen Moment wurde das gedämpfte Licht von den Baumkronen an der glatten Oberfläche reflektiert, sandte einen hellen Lichtstrahl genau auf Velendahns Herz. Der junge Endirô nahm die Geste mit einem stummen Lächeln zur Kenntnis, so dass wohl nie jemand erfahren würde, ob das Schicksal oder sein geschicktes Fingerspiel hier eine Rolle gespielt hatten.

"Du weißt, ich kann dich nur bitten. Keine Pflicht bindet dich, denn ich frage nicht als dein Jagdbruder, nicht einmal bei unserer Freundschaft. Ich bitte dich allein aus einem Grund: Es wird dich beflügeln, und ich kann der Wind unter diesen Flügeln sein, Velendahn. Aber ich kann nicht versprechen, dass mein Wind nicht hinfortgeblasen wird von einem mächtigen Sturm. Und ich werde dich nicht immer beschützen können."

Ohne die eigentliche Frage zu stellen, verstummte E'lessar. Nur die sanfte, pulsierende Bewegung der Iphaldi blieb erhalten, während er auf eine Antwort wartete.

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