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[Recap] Der Bericht (Die Entdeckung des Herbstes - No'Alwa)

E'lessar Telperien

(Repost aus dem alten SW- Rollenspielforum, ursprünglicher Poster: Tmavitnost)

Dem Begriff "Schicksalsmagie" lag die Vorstellung zugrunde, dass Magie keineswegs ein willkürlich stattfindendes Phänomen sei, sondern dass sie eben an ein entsprechendes Schicksal gebunden ist, dem es nicht entrinnen kann und das großen Einfluss auch auf jede Manipulation durch vernunftbegabte Wesen aufweist. Wichtig ist hier festzuhalten, dass die Betrachtungsweise sich außerhalb jedweder klerikalen Interpretationen bewegt, nicht ein Gott ist es, der der Magie seinen Willen aufzwingt und sie in eine bestimmte Richtung lenkt, vielmehr ist die Betrachtung an ihr selbst durchzuführen, um herauszufinden, welcher Richtung sie folgt. Um zu dieser Theorie zu gelangen, untersuchten die Magi Taras und Mondaine zuallererst die Art der Manifestation jener Magie, die für jeden beliebigen Magus oder Maga mit etwas Übung leicht zu bewerkstelligen war: Die arkanen Fäden. Sie stellten sich die Frage, ob jene vielleicht in konstanter Manier einen Zustand anstrebten, möglicherweise einen "Urzustand", an dessen Erfüllung sie nur die Tatsache hinderte, dass sie in starker wechselseitiger Abhängigkeit zu den sie umgebenden anderen Fäden standen und sich dieser Prozess verlangsamte.

(Anmerkung: Im schlimmsten Falle könnte, wie dies andere Schriften behaupten, durch eine bewusste, starke Manipulation durch jene, die der Welt den Willen des Überlegenen aufzwingen, im Volksmund auch Magier genannt, es passieren, dass sie durch eben diese ihr Schicksal entrissen bekommen könnten. Diese Vorstellungen wurden jedoch sogar von den Magi als höchst spekulativ abgetan und nicht weiter verfolgt, insbesondere, da sie eher gegenteiliger Ansicht waren)

Hier jedoch ergab sich auch gleich das größte Problem, die Verfolgung der Ausrichtung der Fäden war extrem schwierig, da sie naturgemäß stark unterschiedlicher Struktur waren, genauer betrachtet ist beinahe kein Faden wie der andere. Eine genaue Kategorisierung, die sämtliche Arten umfasste, musste somit als unerreichbar aufgegeben werden, die Untersuchungen mussten sich auf einzelne Fäden beschränken, von diesen konnte man dann in der üblichen Art der Wissenschaft, induktiv zu arbeiten, auf gewisse allgemeine Regelmäßigkeiten schließen. Die Tendenz zu einem ursprünglichen Zustand nun wurde von den Magi "wahre Tendenz" genannt, analog dazu der Zustand als "wahrer Zustand". Aus diesen Forschungen ergab sich eine unausweichliche Frage: Wenn es diesen Prozess gab, was hatte ihn ausgelöst, beziehungsweise, welche Art der Manipulation war es gewesen, auf die diese Unregelmäßigkeiten beruhten. Hier entwarfen die Forscher eine verblüffende Theorie: Sie behaupteten, dass das arkane Netz von selber bei Erreichen dieses "wahren Zustandes" diesen im gleichen Moment neu definiert und somit das ganze zu einem unendlichen Kreislauf würde, der unser aller Zukunft bestimmt. Denn als Knotenpunkte im arkanen Netz, die wir nach der Theorie der ehrenwerten Lady Zodiac darstellen, sind wir möglicherweise nichts anderes als ein Bündel dieser Fäden und somit in größter Weise abhängig von jenen.

Sie gingen jedoch noch weiter: Sie waren der Meinung, dass die im Volksmund gerne als Scharlatane bezeichneten Hellseher ebensolche Betrüger nicht waren, sondern dass sie im Laufe der Zeit eine gewisse Sensibilisierung für das "Schicksal" der Magie entwickelt hatten, und diese außerhalb jeder Wissenschaftlichkeit, nur mit Hilfe der Intuition. Wenn man nun also ein System hernehmen würde, in das kein Magier hineinplatzt und in das er Unordnung bringen kann, so wäre dessen Entwicklung für die genannten Hellseher absehbar, sie könnten sozusagen einen Blick in die Zukunft werfen, aus dem simplen Grund, dass jene die einzig richtige Entsprechung ihres Schicksals ist.

In anderen Schriften von ihnen liegt die Annahme zu Grunde, dass die Schicksalsmagie derart bestimmend ist, dass ein Magier eigentlich gar nicht anders kann, als der "wahren Tendenz" der Magie zu folgen und alle Interessen, die er ihm Bereich welcher Magie auch immer hegt, nur deswegen hat, weil sie seinem Schicksal unterworfen sind.

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