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[Recap] Falke im Fluge (Die Entdeckung des Herbstes - No'Sha)

E'lessar Telperien

(Repost aus dem alten SW- Rollenspielforum, ursprünglicher Poster: Velendahn Ly'san, Veija)

Die plötzliche Manifestation des Endirô in seiner unmittelbaren Nähe ließ den jungen Krieger aus seinen Gedanken hochfahren. Wenn E'lessar Velendahn finden wollte, dann fand er ihn zumeist. Selbst dann, wenn der Krieger eigentlich lieber allein zu sein gedachte. So sehr er aber die selbstgewählte Einsamkeit auch schätzte - die Gesellschaft des Freundes schätze er umso mehr.

Velendahn entledigte sich der schweren Gedankenlast so rasch als möglich und hieß den Freund willkommen. Neugierig betrachtete er dann den Zauberwirker der, angetan mit dem Iphaldi, vor ihm stand. E'lessar trug nicht die Zeichen der Eonabha'ra. Sein Äußeres kündete ebenso wenig von einer bevorstehenden Jagd, wie es der Blick der lindgrünen Augen tat.

Was aber mochte dann der Grund für sein Erscheinen sein? Wie zur Antwort auf diese nicht gestellte Frage sprach der Zauberwirker einige wenige Worte, die besser gewählt nicht sein konnten.
"Velendahn'ama. Fae matzy la'dhao. Fae uyda ara'fey'kahrjanda."
Alles was nun in ihm aufkeimen wollte, gedachte Velendahn niederzukämpfen, doch noch ehe er sich versah, war er E'lessar gefolgt und fand sich am östlichen Rande des sala'mandra wieder. In dem Wissen, bereits verloren zu haben.

Der Endirô hatte scheinbar nichts dem Zufall überlassen. So wie die wenigen Worte, war auch der Ort der weiteren Offenbarung sorgsam gewählt. So wie der Zauberwirker ließ sich auch der Krieger im Schneidersitz neben dem kleinen Teich am östlichen Rand des sala'mandra nieder. An dem Ort, an dem uralte und mächtige Geheimnisse gehütet wurden von denen der Krieger nicht einmal den Hauch einer Ahnung erfassen konnte, lauschte Velendahn für eine lange Zeit den Worten, die E'lessar zu ihm sprach. Die Worte, die über die Lippen seines Freundes kamen berührten Velendahn tief und als jener geendet hatte, war es an Velendahn, auf eine Frage zu antworten, die nicht gestellt wurde.

Am östlichen Rand des sala'mandra erklang heller, klarer Gesang, begleitet von einer kleinen Handharfe.

Falke im Fluge, die Sonn' auf den Federn
Gold gegen Blau, reit' der Ebenen Wind
Falke im Fluge, zeige der Freiheit Freuden
Seit je, deine Kinder, frei von Schranke und Kette sind

Reite den Sturmwind, spüre Freude am Fliegen
Berühr uns hier unten mit deinem Geiste an diesem Tag
Wir jagen übers Grasland wie du durch die Lüfte
Reichst immer höher, so hoch wie von uns es keiner vermag

Falke im Fluge, schnell und stolz, stark und furchtlos
Bist der Vogel der des Sturmes Zorn nicht scheut
Falke im Wind, du allein bietest dem Blitz deine Stirn
Du wilder, du verschmähst Wärme und Sicherheit

Falke im Fluge, bist scharfsichtig und gescheit
Nichts entgeht dir von dem, was auf Erden weilt
Falke im Fluge, kühner, fordernder Beschützer
Ewig suchst du unbarmherzig deinen Feind

Falke im Fluge, wir lernen von dir, von deinen Kindern
Wachsam und tapfer und furchtlos zu sein
Falke im Fluge, mit der Sonn' auf den Federn
Sei du unser Beispiel, auf das wir uns befrei'n

Dann schwieg Velendahn einen Moment. Als der Blick aus den türkisfarbenen Augen den aus den lindgrünen Augen des Zauberwirkers traf wusste E'lessar die Antwort. Auch waren beide in dem Wissen, daß diese Freundschaft sich noch weiter entwickelt hatte. Noch während er sich erhob, sprach Velendahn. "Veija a'sel zerza. A'dao veija. A'dao a'sel zerza.
Du aber sei der Wind, der mich beflügelt, mich sanft umschmeichelt. Bis ein Sturm zu mächtig sein wird."

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