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Risse aus Feuer [Balor]

Zynrae Ky`Alur

Zynrae stand wütend nur wenige Meter von dem Ungetüm entfernt. Seine blauen Schuppen schimmerten im Schein der Fackeln und warfen flackernde Lichtreflexe auf den Boden. Langsam beugte er seinen Kopf hinunter und schob ihn weiter vor, nur um die Distanz zwischen ihnen noch mehr zu verringern.

„Wage es dich nicht, du Bastard einer Echse.“ Ihr Kiefer war hart angespannt und die Zähne gefletscht, während sie ihn abwartend betrachtete. Nur ein kleiner Gedanke war notwendig, um ihren Schutzzauber aufrechtzuerhalten. Schwarze Schatten waberten zwischen ihnen und bildeten eine schimmernde Barriere. Der Kopf des Drachen senkte sich noch weiter. Seine schwarzen Augen hielten ihren Blick beinahe auf Augenhöhe fest, als er Rauch ausstieß und diesen langsam über die Barriere gleiten ließ, als suche er nach der kleinsten Schwachstelle.

„Wirklich ein nettes Haustier.“ Die glatte Stimme erklang sehr nah an ihrem Ohr. Wenn Zynrae nicht so wütend gewesen wäre, hätte sie wohl sofort vor Schreck gezittert, als sie die schattenhafte Gestalt viel zu nah neben sich bemerkte. Doch ihr Zorn verdrängte jedes Erstarren. Schnell warf sie einen Blick zur Seite, ob jemand außer ihr die Gestalt bemerkt hatte. Doch der Drache schirmte sie gut genug vor den Augen der Diener ab, die gerade sein Fressen in den Pferch schleppten. Die reptilienhaften Augen schienen nun unschlüssig, wen sie fixieren sollten.

„Xas, ein sehr nettes Haustier.“ Zynraes Stimme klang ruhiger, als sie sich fühlte. Sie hatte diese Machtkämpfe mit der Echse wirklich satt, doch ihn schien ihre Anwesenheit nur noch mehr anzustacheln, wie ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Nachdem allerdings drei der Diener verbrannt worden waren, weil zwei Snacks offenbar besser als einer gewesen waren, beaufsichtigte inzwischen immer einer der Magier die Fütterung.

„Aber du bist sicher nicht zum Plaudern hier. Was willst du?“ Absichtlich hielt Zynrae den Blick auf den Drachen gerichtet.

Ein kleines Lachen brach aus der Gestalt hervor und jagte der Drow einen Schauer über den Rücken.

„Dich warnen. Du musst hinsehen.“

„Hinsehen?“ echote Zynrae unsicher.

Die Gestalt griff in ihre Schattenbarriere und ein Teil der Schatten spaltete sich ab.

„Magie strebt immer nach Magie.“

Das freigewordene Mana wurde regelrecht von der Schutzbarriere der Stadt aufgesaugt. Als die ersten Schatten die Barriere erreichten, spürte sie es, feine Risse und Erschütterungen im Gewebe. Aber da war noch etwas. Feuer.

Sie kannte dieses Feuer.

Verfluchte Scheiße.

„Bwael, du hast es bemerkt. Warte noch.“

Die Gestalt ergriff Zynraes Hand und diesmal drehte sie ihm doch das Gesicht zu. Er schien geahnt zu haben, dass sie sofort Bericht erstatten wollte.

Ihr Blick erfasste nur die schwarzen Augen, die auf ihren lagen. Der Rest seines Gesichts verschwamm immer wieder, als könnte es sich nicht auf eine Form einigen.

„Es war nur eine Frage der Zeit, nicht die der Schuld. Sag das der Yathrin.“

Die Worte klangen ernst und eindringlich. Die Drow nickte langsam.

Die Gestalt beugte sich näher zu ihr, sodass bei jedem Wort ein feiner Luftzug über ihr Ohr glitt.

„Und nun beeil dich lieber.“

Als wäre das der Startschuss gewesen, rannte Zynrae zurück zur Sorcere und ließ den Drachen und die Gestalt einfach hinter sich.

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