Nicht mit Stimmen. Nicht mit Gebeten. Vor allem nach Angst. Wie wunderschön sie doch war. Aus einem Seitengang stolperte eine Gruppe Sklaven hervor. Halb verbrannt. Weinend. Panisch. Einer von ihnen brach direkt vor ihm zusammen und flehte keuchend um Hilfe. Nytharion betrachtete ihn einen langen Moment schweigend. Und in seinen Gedanken notierte er eine Pause. Dann begann er zu lachen. Leise zuerst. Dann lauter. Dann völlig hemmungslos. „Hört ihr es denn nicht?“ fragte er schließlich mit glänzenden Augen in die Dunkelheit hinein. „Dieses wundervolle Crescendo? Dieses Chaos? Ahhh... die Stadt lebt endlich!“ Hinter den Flüchtlingen bewegte sich bereits das rote Glühen der nahenden Kreaturen durch die Tunnel. Schatten zuckten über die Wände. Hitze waberte durch die Luft wie der Atem eines riesigen Tieres. Nytharion seufzte entzückt. „Jetzt kommen sie alle aus ihren Löchern gekrochen. Die Helden. Die Kommandanten. Die tapferen Sargtlin mit ihren großen Äxten und ihren noch größeren Egos.“ „Ich hoffe wirklich, jemand stirbt auf dramatische Weise, es wäre mir eine Ballade wert.“ Mit einer fließenden Bewegung zog er die kleine Handarmbrust unter seinem Mantel hervor. Fast beiläufig schoss der Bolzen dem verletzten Sklaven direkt durch das Auge. Der Körper sackte reglos zusammen. Nytharion verzog zufrieden das Gesicht. „Besser.“ Dann setzte er seinen Weg fort. Langsam. Pfeifend. Die Laute erneut spielend, während hinter ihm das Feuer näher kroch. Es war nun wahrhaftig an der Zeit in die Stadtmauern zurückzukehren, auch wenn die vom Schwefel und Schreien der Verzweiflung getränkten Gänge und Schächte ihn absolut faszinierten. Vielleicht würde Elashinn brennen. Vielleicht würden tausende sterben. Vielleicht würden die Tunnel selbst einstürzen und die gesamte Stadt begraben. Und bei dem Gedanken begann Nytharion erneut zu lachen, während er auf dem Weg nach Elashinn in der Dunkelheit verschwand verblieb seine Melodie, jedoch stetig leiser werdend und verhallte wie das Versprechen eines nahenden Todes. Beiträge in diesem Thread
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